Pokalspiel Tuspo Heroldsberg – TSV
Winkelhaid
17:20 (8:9)
Der TSV Winkelhaid steht nach einem 20:17 Auswärtssieg beim Landesligisten Tuspo Heroldsberg in der dritten Runde des diesjährigen BHV-Handballpokals der Frauen.
In einer sehr kampf- und abwehrbetonten Partie konnte sich der Klassenhöhere TSV erst in der letzten Viertelstunde durchsetzen. Dabei wurde ein 12:14 Rückstand nach 45 Minuten noch in den letztlich verdienten Sieg umgewandelt. Ganz hervorragend funktionierte über die gesamte Spieldauer hinweg die neue offensive Abwehrvariante, was an den wenigen Gegentoren klar abzulesen ist. Vor allem Heroldsbergs Torschützin vom Dienst Marina Rexin konnte dadurch nahezu völlig neutralisiert werden. Nicht nur dass sie anstatt der für sie üblichen 10-12 Treffer gerade einmal dreimal erfolgreich war, auch als Vorbereiterin für ihre Mitspielerinnen konnte sie keine Akzente setzen. Das lag an den beiden im Zweikampfverhalten klasse agierenden Halbverteidigerinnen Nina Custovic und Konni Beck, die durch Barbara Purucker auf Hinten Mitte gut unterstützt wurden. Als Rexin in der Folge immer wieder in die Angriffsmitte beordert wurde, war sie bei Andy Bachmeier in guten Händen. So entwickelten sich letztlich die Tuspo-Neuzugänge Andrea Berner und Sandra Temmel als die quirligsten und gefährlichsten Angreiferinnen der Gastgeberinnen. Mit Sabine Huppert stand den gegnerischen Werferinnen eine zwar nicht durchgehend fehlerfrei spielende, insgesamt aber sehr gute Torhüterin im Wege. Vor allem in der spannenden Endphase hielt sie einige wichtige Bälle und somit den Sieg fest.
Bei nur 17 Gegentoren wäre man noch vor dem Spiel von einem sicheren Winkelhaider Erfolg ausgegangen. Doch viele Angriffsaktionen des TSV blieben gegen die kompakte Deckung Heroldsbergs nur Stückwerk und verpufften ohne Wirkung. Vor allem die vielleicht stärkste Spielerin des Abends, Tuspo-Keeperin Kerstin Dornauer, raubte den TSV-Werferinnen immer wieder den Nerv. Der TSV hätte sich das Leben deutlich leichter machen können, wäre die Trefferquote nur ein wenig besser gewesen. Alleine 4 Strafwürfe blieben ungenutzt und Pechvogel Andy Bachmeier scheiterte mit allen 5 Würfen von Rechtaußen bzw. einmal im Konter. Für viele der auftretenden technischen Fehler auf beiden Seiten sorgte allerdings der Spielball, der vom BHV für Pokalspiele verpflichtend vorgeschrieben ist. Beide Mannschaften hatten mit zunehmender Spieldauer immer größere Probleme damit das Spielgerät zu beherrschen. Bei recht hohen Temperaturen und einer auch durch die vielen Zuschauer beider Lager erzeugten starken Luftfeuchtigkeit wurde der Ball im rutschiger und entglitt den Spielerinnen häufiger als ihnen lieb war.
Zu Beginn der Partie hatte gleich Heroldsberg einige Vorteile, da der TSV im Angriff nur sehr schwer in die Gänge kam. Ein 1:3 Rückstand war die Folge und es bedurfte eines kleine Zwischensprints von Konni Beck und zweimal Nina Custovic um Winkelhaid erstmals mit 4:3 in Führung zu bringen. Da war bereits fast eine Viertelstunde gespielt und das am Ende sehr niedrige Endergebnis deutete sich schon an. Nach erneuten Rückständen bog der TSV den Spieß erst zum Ende von Hälfte eins um und ging mit einem knappen 9:8 in die Pause. Heroldsberg war inzwischen schon ein wenig müde gespielt worden, mussten die Gastgeberinnen in ihren Angriffen gegen die offensive TSV-Deckung doch deutlich mehr investieren um zum Torwurf zu kommen. Die Folge waren viele unnötige Fouls am Wurfarm, die vom exzellenten Schiedsrichtergespann Hammerl/Helmke aber konsequent bestraft wurden. 8:3 Zeitstrafen und 12:4 Strafwürfe gegen Heroldsberg sprechen hier Bände. Einziges Manko des TSV. Viele der Überzahlsituationen wurden nicht genutzt um sich frühzeitig abzusetzen. Im Gegenteil, kassierte man gerade in der Abwehr meist dann völlig vermeidbare Gegentore, wenn man mit einer Frau mehr auf dem Platz stand.
6 gegen 4 lautete gar das Überzahlverhältnis gleich mit Anpfiff der zweiten Halbzeit. Doch anstatt die Führung sofort beruhigend auszubauen, erlaubt man dem Tuspo nicht nur den Ausgleich, sondern auch noch die Führung zum 10:9. In der Folge war es dann Vreni Götz, die mit ihren zunächst sicher verwandelten Siebenmetern den TSV im Spiel hielt. Herausgeholt wurde diese Strafwürfe zumeist von Sandra Christlein am Kreis oder Vroni Petzold bei Durchbrüchen. So erzielte Götz den 13:14 Anschlusstreffer, dem zweimal Chrissie Zimmermann und Konni Beck drei blitzsaubere Konter zur ersten Zweitore-Führung des TSV folgen ließen. Die wurde dann auch nicht mehr abgegeben, obwohl Heroldsberg noch einige Male der Anschlusstreffer gelang. Letztmalig war dies beim 18:17 der Fall. Nachdem dann auch Vreni Götz bei ihrem fünften Versuch von der Linie scheiterte, behielt Steffi Schubert kurze Zeit später zum vorentscheidenden 19:17 die Nerven. Konni Beck ließ als Schlusspunkt noch ihren sechsten Treffer zum 20:17 Endstand folgen.
Es war für den TSV der erwartet schwierige Gang gegen eine gute Heroldsberger Mannschaft, die in dieser Form auf alle Fälle zu den Meisterschaftsfavoriten der Landesliga Nord zu zählen ist. Die Abwehr stand sehr stabil und der dadurch entstandene Kräfteverschleiß beim Tuspo sicherte den Winkelhaiderinnen den Sieg. Das Angriffsspiel muss noch verbessert werden, auch wenn alleine eine bessere Chancenverwertung ausgereicht hätte, um klar und deutlich zu gewinnen. Jedenfalls hat die Mannschaft gesehen, dass große Spiele vorwiegend in der Deckung gewonnen werden. Da kann man sich dann auch den einen oder anderen Fehler im Angriff erlauben.
Letzte Gelegenheit sich weiter einzuspielen hat der TSV am Samstag, wenn am Vor- und Nachmittag je eine Trainingseinheit und am Abend um 18:00 Uhr das letzte Testspiel gegen den Landesligisten FC Mintraching ansteht. Ein Woche später beginnt dann schon die Meisterschaft mit dem Heimspiel um 16:30 Uhr gegen den TSV Unterhaching.
Aufstellung:
Sabine Huppert
Janine Wiesend
Bianka Turinsky
Nina Custovic 3/2
Konni Beck 6
Barbara Purucker 0
Vroni Petzold 2/1
Steffi Schubert 1/1
Andy Bachmeier 0
Sandra Christlein 2
Sarah-Maria Wolf 0
Christine Zimmermann 2
Kathi Meier 0
Vreni Götz 4/4
Viele Grüße
Attila Kardos