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Samstag, 28. November 2009

Altstadtfreunde erkundeten alten Bahnhof

 
HERSBRUCK —Am alten Bahnhof in Hersbruck, an dem nun die Fahrd­rähte für den elektrischen Betrieb gespannt sind, trafen sich die Alts­tadtfreunde Hersbruck und ließen ich von Hermann Scharrer aus Hohenstadt erklären, wie es einst auf diesem Bahnhof zuging. Hermann Scharrer tat einige Jahre Dienst am Stellwerk II in Hersbruck.

Die Strecke nach Henfenfeld und Ottensoos war nur eingleisig, darum musste jeder Zug, der auf dieser trecke fahren wollte, dem Fahrd­ienstleiter angeboten werden. Erst  wenn hier die Freigabe erfolgt war, konnte der Zug durchfahren. Währ­end die Schranke am Weiherweg dauernd geschlossen war und nur bei Anruf geöffnet wurde,  waren die beiden anderen Schranken an der Leutenbachstraße und am Arzbergw­eg ständig offen.

Diese mussten schon vor der Zuge­infahrt aus Richtung Henfenfeld geschlossen werden, weil man bei ungünstigsten Verhältnissen mit einem Durchrutschweg von 900 Met­ern rechnete und hier die Überquer­enden hätten gefährdet werden können. Dadurch kam es oft zu langen Schließungen der Schranke. Kein Wunder, dass mancher vers­uchte, noch schnell durchzufahren wenn er sah, dass die Schranke ge­schlossen wurde.

Das allerdings war für den Schrankenwärter auf dem Stellwerk in Problem, denn er konnte die Schranke nicht mehr anhalten. Wenn er die Handkurbel abgebremst hätte, hätten die Schranken durch den Bremsvorgang stark gewippt und hätten sogar abbrechen können. Das Auf- und Abkurbeln der Schranke war also mit Augenmaß auszuführen und war auch recht anstrengend. Es war damals noch starker Güterverkehr am Bahnhof, bev­or er nach 1973 auf den rechten Bahnhof verlegt wurde.

Ostbahn

Bau der Hochspannungsleitungen bei der Baywa auf der Hersbrucker Ostbahn,
die  früher sogar einen eigenen Gleisanschluss hatte.                    Foto: privat
                                                                                                    
Wockenfuß, Linn und Baywa hat­ten eigenen Gleisanschluss und ver­luden ihre Güter und luden die Sen­dungen ab. Die Firma Muggenthaler hatte einen Anschluss für die großen Gleisstopfmaschinen und die Firma Raum verlud die großen Weintanks. Damit während der Fahrt kein Un­fall durch überstehende Ladungen bei Tunnels passieren konnte, gab es ein Lademaß, das heute noch unweit des Lagers des ehemaligen Alteisen­händlers Gebhard (heute Auto-Re­paraturwerkstatt) steht. Es ist ein großes Holzgerüst, durch das der be­ladene Wagen durchpassen musste.

Der Bahnhof selbst hatte oben Wohnungen, unten war er in drei Teile geteilt, im Westen war der Be­triebsteil für die Eisenbahn mit Fahrkartenverkauf und Gepäckauf­gabe, im mittleren Teil war der War­teraum und im östlichen Teil befin­den sich heute noch der Kiosk und die Gaststätte.

 In den östlichen Gebäuden befand sich die Bahnmeisterei, die für den Unterhalt sämtlicher Bahnanlagen zuständig war, und dahinter die gro­ße Güterhalle für den Stückgutver­kehr. Sie war seit den 70er Jahren aufgelassen und nach rechts der Pegnitz verlegt worden. Durch die Spediteure Hopfengärtner und Uebler wurde der Transport von den Fir­men dorthin bewerkstelligt, wenn sie kein eigenes Fahrzeug hatten. 

Während die Gruppe unter dem Vordach des Bahnhofs stand, fuhren die Personenzüge ein und aus, aber wegen des Umbaus nur auf dem nördlichen Geleis. Man ging dann noch in westlicher Richtung an den Gärten und dem ehemaligen umge­bauten Bahnwärterhaus vorbei, um in der Vereinsgaststätte der „Hose­rer“ noch zu vespern und zusammenzusitzen.

HELMUT SÜSS



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